Review: Harpyie – Willkommen im Licht

Heute gibt es mal wieder eine Albumkritik von mir für euch. Diesmal sind Harpyie dran, eine Band, die ich schon seit ihrem Debütalbum „Blindflug“, was 2011 erschien, verfolge. Da ich mich seit mehreren Jahren sehr aktiv im Bereich der mittelalterlichen Musik umschaue und jede Band, die mir „über den Weg läuft“ anhöre, war ich schon damals sehr begeistert von den 7en rund um Frontmann Aello.

Quer_bandcombo

Das neuste Album, was am 11.10.2013 erschien, nehme ich heute mal genauer unter die Lupe. Es hört auf den Namen „Willkommen im Licht“ und war heiß erwartet von mir. Ob Harpyie wirklich im Licht wartet und euch willkommen heißt oder ob sie in der Dunkelheit verweilen erfahrt ihr jetzt.

Los geht die 14 Lieder starke Scheibe mit einem klangvollen Intro „Aus den Schatten„, bei dem ich schon die erste Gänsehaut bekam. Ein wunderschönes Klavierstück, welches zum Schluss schmetternd in den ersten Titel „Der letzte Held“ endet. Diese nahtlosen Übergänge, die man im späteren Verlauf des Albums auch wieder findet, geben das Gefühl eher ein musikalisches Hörbuch vor sich zu haben, was dem Album den Zusammenhang gibt, was mir bei anderen Alben fehlt.  „Der letzte Held“ legt mit harten Metalriffs vor gefolgt von Dudelsäcken und Aellos Stimme, bei der sich direkt zeigt, das Harpyie gesanglich eine ganze Schippe drauf gelegt hat. Im Verlauf des Liedes werden eingesessene Mittelalterfans sicherlich hellhörig, denn unser Hauptmann von Feuerschwanz hat einen kleinen aber feinen Gastauftritt als Tod. Das Verleiht dem Lied das gewisse Augenzwinkern. Im nächsten Lied gibt es ein Statement der Band zu hören. „Wir sterben nie“ soll die Unverwüstlichkeit der Band zeigen, denn auch Harpyie hat neben ihren Fans auch Gegner. Das Tempo nimmt in diesem Lied noch ein wenig fahrt auf. In „Ausgebrannt“ wird es wieder ein wenig langsamer, doch nicht ruhiger und Besuchern der Live – Shows dürfte der Song bekannt vorkommen. So wie der nächste Song namens „Blutsbrüder„, zu welchem schon im November 2012 ein Video erschien. Schon da hatte man einen Einblick darauf, in welche Richtung die Band sich entwickeln wird.

Etwas ruhiger wird es dann in „Diese eine Nacht“ bei dem in Erinnerungen an eine schöne Nacht geschwelgt wird. Wer sich auf das Lied einlässt und selbst so eine Zeit erlebt hat, der wird sich ertappen, wie auch er zurück an diesen Moment denkt. „Samson und Delilah„, welches an ein biblisches Paar angelehnt ist, ist leider eines der Lieder, mit denen ich nicht so viel anfangen kann. Um einiges mehr gefällt mir das darauf folgende „Mädchen im Wasser“ was in über 6 Minuten die traurige Geschichte einer unmöglichen Liebe am Strand erzählt. Danach wird das Meer verlassen und in kältere Gebiete eingedrungen. „Antarktika“  – Ein Lied, bei dem alles richtig gemacht wurde: harte Riffs, melodische Dudelsäcke und ein Refrain, der sich wunderbar zum mitsingen eignet – man fühlt sich wie im ewigen Eis.  So ein Lied verdient ein grandioses Ende, was mit „Antarktika Epilog“ wie gewünscht passiert. Wie schon im Intro bekommen wir ein Klavierstück zu hören, was Aello mit seiner Stimme abrundet – grandios! „Könnt ihr die Posaunen hörn?“ wird im Lied „Jericho“ gefragt. Ich kann ganz klar sagen: Ja! Das Lied legt noch einmal an Schnelligkeit zu und man kann am Anfang einen Hauch von Rap erkennen. Ich mag diese Experimentierfreudigkeit, denn obwohl sich die Stile teilweise ändern, bleibt Harpyie trotzdem Harpyie. Der Track endet mit einem Dialog, mit dem das nächste Lied „Anna Marie“ eingeleitet wird. Auch hier geht es wieder um die Liebe. „Sturmvögel“ – ein Lied, von Zusammenhalt, Zugehörigkeit und Toleranz, verpackt in eine Melodie die zum Mitsingen geradezu einlädt und dabei Kraft gibt.  Auch zu diesem Lied gibt es ein Video, welches durch Crowdfounding, also durch Fans, finanziert wurde.

Auch in diesem Video sieht man das Gesamtkunstwerk Harpyie, die wissen, wie sie die digitalen Medien einzusetzen haben. Den Schluss macht das Titelgebende Lied „Willkommen im Licht„. „Sei du selbst“ gibt es dir noch auf den Weg mit – ein wirklich gelungener Abschluss des Albums.

Fazit: Lange habe ich darauf gewartet und ich wurde nicht Enttäuscht. Harpyie sind für mich im Licht angekommen. Es zieht sich ein roter Faden durch das Album, der nie abreißt. Wie in einem spannenden Buch kann man einfach nicht mit dem zuhören aufhören. Ich verzichte auch ganz absichtlich auf Vergleiche zu anderen Bands, da Harpyie mit ihren Schwingen frischen Wind in die Mittelalter – Szene bringen.

Wertung: 10/10

Homepage: Harpyie

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